Michael's Japan Blog

Im Reich der Sonne

Würzburg und die Currywurst · Mittwoch Juli 28, 2010

Letztes Wochenende hatte ich das Vergnügen an einer Veranstaltung teilzuhaben, welche im Würzburg stattfand. (Ja es ist die richtige Präposition und kein Ausdruck meiner Legasthenie)
Das Würzburg ist ein Restaurant welches an den Ufern des Biwakos liegt.


Biwako1Biwako2Biwako3

Untergebracht ist das Restaurant in einem Nachbau eines originalen Fachwerkhauses, welches in Zusammenarbeit von deutschen und japanischen Handwerkern errichtet wurde.


Wuerzburg

Das Restaurant bietet eine gute Auswahl an leckeren Gerichten in verschiedenen Größen. Von der einzelnen Weißwurst bis zum Eisbein wird eine Variation von original deutschen Gerichten als auch lokal angepassten deutschen Gerichten angeboten.
Die “Fritten” sind z.B. sicherlich positiv zu erwähnen, aber auch die restlichen Gerichte bieten, so hatte ich den Eindruck, eine gute Balance zwischen Geschmack, Menge und Preis.
Hinzu kommt eine leckere Auswahl an Bieren, wobei die Weizenbiere bei meinem Besuch mir am besten mundeten.
Hier findet ihr die Homepage vom Würzburg, in Japanisch
Und hier der Ort bei Google Maps, was besser ist als die Karte auf der Homepage.

Am Montag machten mein Schatz und ich einen Bummel zum IKEA in Kobe, da wir dabei eh in Sannomiya waren nutzten wir die Gelegenheit um einen kulinarischen Abstecher zu machen.
Das Ziel war eine Lokalität von der ich zuerst in einem Blog las, leider war dort nur eine Werbebroschüre abgebildet.
Erst eine Email mit dem Link zu der Homepage des Imbiss von einem netten Bayern den ich bei einem Meeting traf und der mir sagte das sich ein Besuch lohnen würde, gab mir dann sozusagen die nötigen “Zielkoordinaten” und Motivation.
Also Schatz an die Hand ein kleiner Marsch von Sannomiya alle Boutiquen ignorierend standen wir davor.


Die Currywurst

Und ja es ist innen so eng wie es von außen aussieht. Unten gibt es die klassische Imbisstheke wie man sie von den Frittenbuden in der Heimat kennt. Im zweiten Stock dann Sitzplätze entlang der Fenster, sehr hübsch, nur die Treppe ist Ortsangepasst steil(!).
Wenn man unten bestellt wird oben auf Wunsch dann serviert.

Wir wählten Fritten mit der “Bockwurst”-Currywurst. Das erste erstaunen die Fritten (große Stücke!) werden mit einer leckeren Mayonnaise serviert, ungefragt! Ketchup gibt es nur bei der Pommes rot/weiss.
Die Currywurst kommt in Stücken geschnitten, in einer klassischen roten Currysoße mit der genauso klassischen Lage Currypulver drauf daher.

In meine Heimat, dem Königreich der Currywurst (lt. Herbert Grönemeyer), würde ich für die Wahl der “Bockwurst” als Currywurst geschlagen werden, da nur eine Rostbratwurst eine adäquate Currywurst werden kann, aber sie schmeckt! Leider zeugten die kleinen Rauchwolken aus den Ohren meines Schatzes, dass ein probieren der zweiten Variante (Bratwurst) nur meinem schon vollen Magen zur Aufgabe fallen würde, so dass ich mir dies für den nächsten Besuch aufhob.

Auf jeden Fall war es lecker wenn auch ev. etwas teuer, aber ich weiss ja nicht, wie so die Preisentwicklung in Deutschland in den letzten 5 Jahren waren.
Kurz gesagt, der Imbiss kann nur empfohlen werden, besonders wenn man in der Gegend wohnt und auf Entzug ist!

— Michael Hess

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Ich lebe... noch · Dienstag Juli 20, 2010

Kein Sorge (oder schlimmer, Vorfreude) ich kreuche und fleuche immer noch durch die Weltgeschichte.
Manchmal passiert einfach nix, oder aber es passiert schon was, aber zum Beispiel Arbeitgeber/Auftraggeber etc.pp, wer gerade halt das Geld gibt, fänden es wenig witzig darüber im Internet zu lesen.

Es muss ja nicht gleich wie bei Col. Jack O’Neill von der Serie Stargate SG1 sein der da mal sagte:
Gen. Hammond: “You ever think of writing a book about your military exploits?”
Jack O’Neill: “I’ve thought about it. But then I’d have to shoot anybody that actually read it.”

In Deutsch:
Gen. Hammond: “Haben Sie jemals daran gedacht ein Buch über ihre Militärischen Heldentaten zu schreiben?”
Jack O’Neil: “Ich habe darüber nachgedacht, aber dann müsste ich jeden erschießen der es lesen würde.”

Letztens fiel mir dann wieder auf, wie in der heutigen Zeit es immer weniger auf echte Fähigkeiten und Geschick ankommt und man mittlerweile das IPhone wirklich für jeden Scheiß nutzen kann und man fast schon gezwungen wird sich eins zuzulegen, nur um mit den Neuzeit-kids mitzuhalten.

Wobei es mich bei diesem APP für das IPhone schon wundert wie das an der ansonsten ach so hohen Moralhürde des Herrn Jobs vorbeikommt, aber man hat wohl auch ein Herz für Sniper, während nackte Brüste natürlich IBähhh sind!

Und der “Spaß” kostet in der expliziten Military Version auch nur knapp 30 Dollar, na ist das nicht ein Deal?

Wobei Leute Hand aufs Herz, was wenn man demnächst die Sniper per Wifi/GMS/UMTS/GPS Triangulation ausfindig macht? (Kann man das IPhone überhaupt Radio-stumm schalten?) Oder mitten im Einsatz Ruft Mama an? Oder Verdammt nach X-Stunden Warten in der Wüstensonne Afghanistans, ist der Akku platt oder die Elektronik einfach gegrillt. ;-)
Es geht nix über echte Fähigkeiten, ohne Computerfirlefanz.

— Michael Hess

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Ich werde es wohl nie verstehen · Donnerstag Juli 1, 2010

was im Kopf einiger Programmierriesen und Ihrer Herren (aka Softwarefirmen) vor geht.
Oder gibt es EINE sinnvolle Erklärung warum z.B. ein Update des Acrobat Readers(!) zwingend einen Systemneustart eines Windows Betriebssystem (egal welches!) zur Folge hat?

Man sitzt gemütlich seit Stunden am Rechner und arbeitet, da kommt die Frage ob man dieses ach so wichtige Sicherheitsupdate installieren möchte und Schwub paar Augenblicke später nötigt ein Fenster mit der Netten Aufforderung “Starten sie das System neu!” und dem Button OK einen alles in der schnelle zu sichern.
Und sollte man auf die Idee kommen (Es gibt ja solche Leute) einfach so auf OK zu drücken, erlebt man die reinste Freude, weil der Rechner ohne Speicherung der aktuell offenen Files und Daten sowie Programme einfach runter-fährt.

Kein Hinweis, keine Warnung, nix einfach schwuppdiwupp schwarzer Bildschirm.

Oder anderes Thema, warum wird unter VISTA eine Wifi Verbindung beliebig oft innerhalb 24 Stunden unbrauchbar, obwohl sich nix ändert.
Man muss erst den WiFi deaktivieren und dann wieder aktivieren um dann wieder zwischen 5Minuten und 8h wieder eine Funktionierende Verbindung zu haben.

Ach soooo die gleiche Hardwarekombination lief unter Linux mehr als 3 Tage durch…. ohne Probleme und mit Wifi Verbindung.

— Michael Hess

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Unheimlich · Sonntag Juni 27, 2010

Der Japanische Wetterdienst ist schon eine Sache für sich.
Man kann den englischen Service der JMA nutzen, wo man auch Infos/Warnungen über Erdbeben und Taifune sowie Tsunamis bekommt.
Oder die japanischsprachige Seite von Tenki.jp mit einem ähnlichen Angebot.
Ich persönlich bevorzuge die Tenki.jp Seite fürs Wetter und JMA für Katastrophen ;-)

Ist man aus Deutschland meistens eher Wetterberichte mit ungefähr, möglicherweise u.ä. gewöhnt, wird man hier mit Stundengenauen Vorhersagen beglückt.
Und das interessante ist, die Berichte stimmen meistens für die Region sehr genau.

Aber heute haben sich die Herren übertroffen.
Für den ganzen Tag war Wolken vorhergesagt mit mehr oder weniger frischem Wind. Für 21 Uhr wurde dann starker Regen bei mäßigem Wind angesagt, und das seit gestern. (Die Vorhersagen werden über den Tagesverlauf hin immer wieder aktualisiert)

Heute dann um Punkt 21 Uhr, als wenn jemand den Schalter umlegte, begann auf einmal ein Sturzregen!
Man kam sich vor wie bei “Zurück in die Zukunft II” wo das Wetter auf die Minute genau geregelt ist.

Ach so für diejenigen die sich hier über mangelnde Aktivität wunderten.
Die letzten Wochen waren mal wieder, im Sinne eines Chinesischen Fluchs, “interessant” und auch sonst ist einiges passiert, wo ich hier noch näher berichten werde.

— Michael Hess

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Hayabusa Update II · Donnerstag Juni 17, 2010

Ich hoffe niemanden zu langweilen, aber das Ames Forschungszentrum hatte den Wiedereintritt der Sonde von einem Flugzeug aus verfolgt und nun einige der Aufnahmen “ausgestellt” bei space.com
In der Aufnahme sieht man wie die Sonde in Teile zerbricht und verglüht während die Wiedereintrittskapsel (der Helle Punkt dessen Langen Schweif später am längsten leuchtet) mit einem nur kleinen Abstand der Sonde vorauseilt.
Für mich ist das eine der wunderbarsten Aufnahmen die man bislang sehen konnte.

http://www.space.com/common/media/video/player.php?videoRef=SP_100614_hayabusa

— Michael Hess

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Hayabusa Update · Sonntag Juni 13, 2010

Also, Kapsel erfolgreich abgetrennt und wohl erfolgreich in der Wüste von Australien gelandet.
Auf dem Wakayama Video kann man es sehen so ab 2:43.
Ich vermute das helle Leuchten ist von der Hauptsonde die ja im Gegensatz zur Kapsel in der Atmosphäre verglühte.

Mainichi Shinbun dazu
Und die Japanische Rocket NEWS

— Michael Hess

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Okaeri nasai Hayabusa · Samstag Juni 12, 2010

Hayabusa (隼meist aber in diesem Fall in Hiragana geschrieben はやぶさ) bedeutet Wanderfalke auf Japanisch und bevor die Motorrad Otakus sich wundern, nein ich meine nicht das Motorrad!
Es geht hier viel mehr um ein Gefährt, welches viel mehr Kilometer alleine zurückgelegt hat als alle Hayabusa-Motorräder zusammen.

Nun was ist dieses erstaunliche Gefährt?
Es ist eine Deep-Space-Raumsonde Japans (auch unter dem Namen MUSES-C bekannt), welche vor gut 7 Jahren auf die Reise geschickt wurde, um mit dem Asteroiden Itokawa ein Rendezvous-Manöver durchzuführen und in diesem Rahmen eine Probe des Asteroiden zu sammeln und zurück zur Erde zu bringen.

Dieser Asteroid ist nach dem Vater des Japanischen Raketenprogramms Hideo Itokawa (1912-1999) benannt.
Warum sollte uns dieser Asteroid so sehr interessieren, dass “wir” eine gute Menge Geld ausgeben um dort nicht nur eine Sonde hinzuschicken sondern auch noch eine Materialprobe zurück zu bekommen?

Nun ich gebe zu das man mit dem Bergsteigerargument “Weil er da ist!” sich da Argumentativ auf dünnes Eis begibt und besonders bei BWLern auf taube Ohren stößt, die lieber Milliarden in Banken und Investmentfonds verbrennen.

Ich denke das Argument “Um zu zeigen, dass es technisch machbar ist!” ist zwar auch nicht perfekt, passt aber wie man später sieht, schon recht gut.

Itokawa ist ein sogenannter Apollo-Asteroid welcher damit nicht nur die Erdbahn kreuzt, sondern damit auch eine Wahrscheinlichkeit hat, irgendwann mal in der Zukunft mit der Erde im Einsteinschen Raum-Zeit-Kontinuum die gleichen Werte anzunehmen.
Und bei der Größe von Itokawa und nach Versuchen des berühmten Hess-Laboratoriums, welche eine Gruppe Ameisen und einen Vorschlaghammer beinhalteten, die in einem kurzen Schreckensbetonten “Aaaaaaaaaaaaaaaaarrgghhhhhh” auf Seiten der Ameisen, gefolgt von einem finalen SMACK, endeten, wäre so etwas SCHLECHT!.

Wie die Mission von Hayabusa hätte ablaufen sollen, kann man auf dem Blog von Michael Kahn unter dem Artikel Fußkranker Samurai kehrt zurück in einem Video sehen.
Dort ist auch eine sehr gute Zusammenfassung der Mission zu lesen, weshalb ich das hier nicht alles im Detail nochmal wiederholen will.

Kurz gesagt kann man sagen, dass die Mission von Anfang an vom Pech verfolgt schien.
Nach dem glatten Start im Mai 2003 geriet sie in starke Sonnenwinde, was ihre Solarzellen beschädigt und somit die verfügbare Energie für die Sonde im Allgemeinen und für den Ionenantrieb im Besonderen beschränkte.

  • Mai 2004 gelingt der Erde Swing-by
  • Juli 2005 Ausfall eines von drei Gyroskopen zur Lageregeleung
  • September 2005 Ankunft bei Itokawa
  • Oktober 2005, Ausfall des zweiten Gyroskops
  • November 2005 weitere Annährung an Itokawa und damit verbundene Operationen
  • 12. November, Verlust der Kleinstsonde Minerva beim geplanten Aussetzversuch
  • 19 November, erster Probenentnahmeversuch misslingt, die Sonde berührt dabei vermutlich den Asteroiden (Touch and Go)
  • 26 November, zweiter Versuch zur Probenentnahme, nach bisheriger Datenlage, war dieser Erfolgreich.
  • November-Dezember 2005 Durch Treibstoffverluste sind die Lagereglungstriebwerke nicht wie geplant einsetzbar. Gleichzeitige Probleme mit der Batterie verhindern, dass die Sonde das Rückkehrfenster zur Erde am 14 Dezember nutzen kann.
  • Januar 2006 Kommunikation mit der Sonde kann wieder etabliert werden
  • April 2007 Die Sonde wird auf den Heimweg zur Erde geschickt.
  • Es folgen weitere Probleme mit den 4 Ionentriebwerken die bislang über 31000 Stunden arbeiteten. Zum Teil wird der Sonnenwind zum Antrieb und Navigationshilfe benutzt.

Nun ist es Juni 2010 und die Sonde ist sozusagen im Endspurt.
Morgen (Sonntag) soll die Landekapsel der Sonde gegen 22:30 Uhr dann in Australien in der Nähe von Woomera niedergehen.
Diese letzte Phase der Mission kann live verfolgt werden diese Liveuebertragung ist von der Universität in Wakayama vom Institute for Education on Space eingerichtet worden.

Weiter Informationen zur Hayabusa Mission kann man dem JAXA Hayabusa Pressekit entnehmen welches als Kopie auch auf meinem Server in Deutschland liegt.

Egal wie es am Ende ausgehen wird, das was Raumfahrtingenieure mit dieser Mission geleistet und gelernt haben, ist mit keinem Geld der Welt, für die Zukunft aufzuwiegen.
Nur BWLer und Stammtischler glauben ja das Entwicklungen aus dem Himmel fallen und ohne Forschung und Erprobung stattfindet und somit F&E und solche Projekte entbehrlich sind.

— Michael Hess

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Konsequenzen · Freitag Juni 11, 2010

Ich hatte ja gestern hier über den kleinen Toiletten-Misshap in unserem Apartmenthaus berichtet.

Nun, heute hatte Schatz als sie nach Hause kam ein kleines Gespräch mit dem Nachbarn, dessen Wohnung ja unter der Zwangsflutung zu leiden hatte.
Was dabei herauskam ist nicht ohne.

Das “Teil” was für die Überflutung verantwortlich war, ist wohl ein teilweise falsch eingebautes Bauteil. Der Hausbesitzer und “Architekt” hatten nach der Reparatur die Pläne zusammen mit dem Handwerker mit der Realität überprüft.
Weil dem Handwerker kam unsere Fallrohrkonstruktion auch schon seeeehr komisch vor.
Lange Rede kurzer Sinn, Plan und Realität zeigen wohl einige Diskrepanzen, welche nach relativ langer Zeit jetzt diesen fatalen Effekt auf die Wohnung unter uns hatten.
Ergebnis, der Hausbesitzer wird die Wohnung unserer Nachbarn komplett auf seine Kosten renovieren und den Entstandenen Schaden an Hausgütern bezahlen.

Ach ja, wir erinnern uns auch an den älteren Herrn der Verwaltungsfirma, welcher der Nachbarin die Schuld an der Maläse in die Schuhe schieben wollte und lt. Schatz auch schon letztes Jahr, als unsere Toilette “blubberte”, eher so tat als wenn das unser Fehler wäre.
Nun ja seine Verbeugungs-arie war seine Abschiedsvorstellung!
Oder anders ausgedrückt, er ist nicht mehr.

Nein, die Firma hat ihm keinen 介錯人 freundlich nach Hause geschickt, aber er ist, ab sofort, auf einen Schreibtischposten ohne Aufgabe (mit Minimalstgehalt) versetzt worden.
(Solche Posten bedeuten Daumendrehen unter den Augen der Kollegen… nicht witzig in Japan! Nein man darf auch nicht so tun, als wenn man Arbeit hätte! ;) )
Es ist verdammt teuer und schwierig permanente Angestellte in Japan zu feuern, besonders wenn sie wie er kurz vor der Rente sind (AFAIK).

Der Nachbar zeigte ob dieser Wendung und der Bestrafung tiefe Befriedigung und war sehr dankbar dass wir Ihn und seine Frau unterstützt hatten.
Denn der alte Herr hatte ja auch behauptet das es noch nieeeee Probleme gegeben hätte mit den Toiletten und es deswegen alles die Schuld der Nachbarn wäre.
Unser dezentes “Öhh Moment wie war das letztes Jahr!” zusammen mit der Bestätigung durch den Handwerker gegenüber dem Hausbesitzer, hatte da wohl den Herrn von der Verwaltung gewaltig blamiert und seine Firma auch.

— Michael Hess

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Blockade · Donnerstag Juni 10, 2010

Gestern wurden mein Schatz und ich auf etwas ungewöhnlich Weise am frühen Morgen geweckt.
Weit vor der frühestmöglichen Postbotenzeit, also gefühlt mitten in der Nacht, klingelte es auf einmal an der Tür.
Wie es sich seit Höhlenbärenzeiten gehört, wird der große, haarige und bärtige Teil der Gruppe an den Höhlenausgang geschickt um zu sehen, welche Schrecken Einlass erwünscht.
Mein leichter Protest, das ich nur Shorts trage, wird mit einem freundlichen “nun mach schon!” abgeschmettert.
Ich öffne also die Tür in Erwartung des schlimmsten und siehe da, die junge und recht attraktive Nachbarin von der Wohnung unter uns, steht in langem gestreiftem Hemd, Leggins und einem recht verzweifelten Gesichtsausdruck vor unserer Haustür.
Während mein Cortex cerebi noch eine Auszeit in Terra somnia nimmt, war mein limbisches System hingegen hellwach und ich war sowas von froh das ich
a) eine weite Shorts trug
b) ich nicht anfing zu sabbern.

Meine Augen registrierten dann, dass ihr Mund sich bewegt und meine Ohren verzeichnen akustische Wellen aus Ihrer Richtung, welche nach der morgendlich bedingt trägen Verarbeitung, als Japanisch identifiziert und der Dekodierungsabteilung zugeleitet wurden.
Der durch Keigo erschwert entzifferbare Text las sich in Klarschrift dann wie “Wertester Nachbar, entschuldige vielmals die unentschuldbare Störung zu dieser schrecklichen Zeit aber letzte Nacht ist was schreckliches passiert, mein Ehegatte ist auf Dienstreise und unsere Toilette hatte einen schrecklichen Rückstau und deswegen ist unser gesamte Wohnung mit dem wenig gut riechenden Ausflüssen dieser Toilette überschwemmt worden, und der Herr von der Reparaturfirma sagt unsere Toiletten sind verbunden und wir können bis zur Reparatur diese nicht nutzen.”

Ich erklärte ihr daraufhin das auch unsere Toilette gestern Abend schlecht funktionierte und wir deshalb diesen Morgen den Hausverwalter benachrichtigen wollten.
(Mir war schon bewusst woher die Überflutung ihrer Wohnung wohl herstammen würde.)
Mittlerweile hatte sich auch mein Schatz dazu gesellt und erklärte unsere Nachbarin das letzte Jahr wir auch schon Probleme mit den Toiletten hatten, und das vor kurzem das gleiche Problem wieder aufgetaucht ist.
Unsere Nachbarin war sehr überrascht das zu hören weil der Hausverwalter ihr gegenüber ausgedrückt hatte das noch nie Probleme da waren und das alles ihre Schuld wäre.
Unsere Nachbarn waren erst vor 2 Monaten eingezogen und hatten vorher in Yokohama gelebt. Durch das Ereignis war die junge Dame offensichtlich stark eingeschüchtert und beschämt.
Als sie in der Nacht, als das Problem auftrat, den Hausverwalter anrief, hatte der wohl rundweg ihr nicht geglaubt und sie musste den Herren aus der Nachbarwohnung raus klingeln (um 1 Uhr nachts!) damit er das Ereignis bestätigte. Aber auch ihm wurde nur mäßig geglaubt.

Nun Schatz und ich bestätigen der armen Frau das wir ebenfalls das Verhalten des Hausverwalters unmöglich finden und wir sie unterstützen würden wo wir könnten.
(Na ja, ich habe ja nie behauptet das Japan ein Arschloch freies Land sei. Aber so ein Verhalten hatte ich bislang nur in Deutschland mit Hausverwaltungen erlebt.)

Kurz gesagt es bedeutet nun erst mal dass bis der Abwasserohr Spezialist mit der schweren Ausrüstung wieder kam wir nicht die Toilette nutzen könnten.

Ich musste leider an diesem Vormittag zum Check up ins Krankenhaus und Schatz wollte solange zuhause bleiben bis ich wieder zurück bin um die Sache mit der Reparaturcrew zu klären.
Zum Glück dauerte der Spaß im Krankenhaus nicht zu lange und so war ich zurück bevor die Herren (Reparatur und Verwaltung) um 11 endlich kamen.
Offensichtlich hatten die Herren von Verwaltung etwas in ihren Ordnern nachgesehen da sie als sie mit dem Installateur bei uns an der Tür klingelten sich sofort erst mal entschuldigten wegen der Malaise.
(Schatz meinte übrigens, dass die Verwaltung mit 2 Leuten auftauchte sei ein Zeichen das es ihnen echt leid tut und peinlich ist.)

Ich erkannte den Monteur sofort vom letzten Jahr wieder (und er mich auch) und wir begrüßten uns mit einem freundschaftlichen “お久しぶりですね! Lange nicht gesehen!”.
Geübt im Umgang mit miesen Vermietern aus Deutschland versuchte ich eine dort erfolgreiche Taktik “Sei gut Freund mit den Monteuren” und legte verbal den Arm um seine Schulter und sage so in die Menge, das wir ja letztes Jahr schon mal ein ähnliches Problem hatten. Handwerker bestätigt das und siehe da, die beiden Herren von der Verwaltung knicken auf einmal ein (im wahrsten Sinne des Wortes) und verneigen sich nochmal auf 45 Grad und entschuldigen sich nochmals für die Sache.
Die Herren verschwinden und wie ich später erfahre, entschuldigen sich beide Verwalter bei der Frau unter unsere Wohnung für ihr Verhalten.

Schatz dampft Richtung Arbeit ab und die Monteure fangen an die Abwasserleitungszugang unten auf dem Parkplatz freizulegen und den Reinigungswagen in Stellung zu bringen.

Ab und zu kommt der Monteur hoch und werkelt an dem Servicezugang neben unsere Haustür rum.
Dabei erklärt er mir, dass sie mit der Kamera erst mal nachsehen würden wo genau das Problem liegen würde. Eine seiner weiteren Erklärungen ist das dieses Haus wirklich ein merkwürdiges Abwassersystem hätte.
So wären die Fallrohre der Toiletten in den Wohnungen im 2ten und 3ten Stock (unseren) miteinander verbunden, was nicht üblich wäre.
So wie er das erklärte, hat normalerweise jede Wohnung ein eigens Fallrohr für die Toilette welche sich erst unterhalb des Erdgeschosses im Hauptrohr treffen würden.

Kurze Zeit später finden sie die Blockade welche kurz vor dem Hauptsammelrohr liegt. Scheinbar war es eine Plastikkappe von fast 10cm Durchmesser und nix was man durchs Klo spülen könnte.
Der Handwerker war erstaunt über den Fund und hatte absolut keine Idee wie das dorthin kommen könnte oder was genau es sei.
Endlich war das Teil beseitigt, die Leitungen sicherheitshalber auf der vollen Länge visuell überprüft und mit Hochdruck gereinigt.
Die Nachbarn unten hatten aber immer noch im wahrsten Sinne des Wortes mit den Rückständen zu kämpfen.

Am frühen Abend kam dann aber die Krönung.
Es klingelt an der Tür und der ältere Herr von der Hausverwaltung, der auch am Morgen schon da war, steht mit einer Tüte in der Hand vor der Tür.
Er fängt an sich im höchsten Keigo nochmals zu entschuldigen und knickt dabei immer wieder so um 45 Grad in der Hüfte ein. Am Ende seiner Rede kommt es dann, er verbeugt sich Final und das nicht bei 45 Grad sondern bei locker 95 Grad, reicht mir die Tüte und verbleibt dort die ganze Zeit bis ich meinen Versuch seine Entschuldigung ähnlich wortreich zu akzeptieren, beendet habe.
Was danach kommt, habe ich zuletzt in meinem früheren Leben als Schwertschwinger und Leibwache des Pharaos Tutmosis gesehen (oder in alten Filmen mit Kaisern und Co.) der Herr bewegt sich auf dem Flur rückwärts 3-5 Schritte in dieser gebückten Haltung, bis er sich dann mit gesengten Haupt erhebt und erst sich umdreht und fortschreitet, nachdem ich mich auch nochmal final verbeugt habe (ich hielt 15 Grad hoheitliches Schulter-Kopf-Nicken für ausreichend, man kennt es ja aus alten Filmen).

Nun das Packet waren wohl relativ hochwertige Reiskräcker.

Viel wichtiger war das die Toilette wieder ohne blubbern und Probleme tut.

Aber ich muss mich mal bei den Nachbarn erkundigen ob die dort auch sich so entschuldigt haben. Richtig wäre es nachdem sie mit der Frau so rau umgesprungen sind.

— Michael Hess

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Star Trek oder das Ende der Videothek · Dienstag Juni 8, 2010

Ich gestehe, dass meine DVD-Sammlung schon eine beträchtliche Repräsentanz von Star Trek Filmen und Serien hat.

Aber ich habe mir schon den letzten Film Nemesis (Nr.10) nur noch als Kauf DVD im Sonderangebot für 990 Yen angetan haben, nur um bestätigt zu bekommen das die Regel ungerade= schlecht; gerade=gut mit First Contact (Nr. 8) beendet war.
Immerhin war Der Aufstand hinreichend sehbar, wenn auch Degeneration im Star Trek Universum sich schon abzeichnete.
Der neueste Film Star Trek hatte schon in der Promo meine übelsten Befürchtungen genährt, dass Paramount mit diesem Film beweisen wollte das man für

  1. Merchandising ALLES tut
  2. man ohne Probleme zwei schlechte Plots in Folge produzieren kann.

Also widerstand ich dem Drang mir den Film alleine im Kino anzusehen, womit ich bei den Filmen 1-9 wirklich keine Probleme hatte.
Als die DVD raus kam widerstand ich auch dem Drang den jeder Zigarettensüchtige kennt und kaufte mir nicht die DVD, sogar nicht in der DVD/Blueray Doppelpackung.

Nun hat durch glückliche Umstände mein Schatz letzten Herbst ein neuen Flachbildschirm-TV von REGZA in 42” erhalten und ich bin im Moment in der Lage damit die ungefähr 100+ Kabelkanäle zu sehen.
Nun ja sehbar ohne irre zu werden sind ev. zwei Dutzend, darunter so Sachen wie FOX HD und Discovery Channel HD und NEIN ich habe bislang mir keine der angeblich so üblichen TV Shows angesehen die per (DVB) Digitalfernsehen angeboten werden und über das sich die üblichen Ausländer in Japan amüsieren.
Der eine Grund dürfte darin liegen, dass mein Schatz solche Sendungen hasst (tief und innig) und ich solche Sender/Sendungen genauso gerne sehe, wie dass RTL/SAT1/Pro7 Nachmittag Talkshow/Richtersendungen Angebot in Deutschland, sprich nur wenn man mich dazu mit Waffengewalt zwingt!
Ich habe übrigens noch keinen Japaner getroffen der zugab sich so was anzusehen.. muss ein Phänomen wie mit der Bildzeitung sein, die ja auch keiner liest! ;-)

Nun ja, aber es gibt auch flaue Tage, wo man wirklich nix im TV findet, Ideen für den Blog einem nicht zufliegen, japanisch lernen zum Tiefschlaf führt.
Die Alternative wäre, sich Sendungen wie “desperate Houswife”, “Sex and the City” und ähnliches im Halbkoma anzutun, ODER sich den Spielereien des neuen Fernsehers zu widmen.
Neben dem üblichen TV Funktionen kommt nämlich der Fernseher mit einem Internetanschluss daher, über dem man die Online Ausleifunktion von Tsutaya (einem japanweiten “Videoverleihshop”) benutzen kann.

Und hier schließt sich der Kreis, gelangweilt vom Regen und allem anderem und mit der alternative sich echt Hirnloses im Fernsehen anzusehen probierte ich die Funktion an einem Film aus den ich mir nicht als DVD zulegen wollte, “STAR TREK”.

Also per Kreditkarte eine Ausleihgebühr von 3 Tagen bezahlt, welche leicht oberhalb des Ladenpreises liegt (Wenn man aber bedenkt, dass man sonst erst mal zum Laden “fahren” muss relativiert sich das wieder).
Und schon kann man den Film in HD Qualität auf dem Fernseher betrachten.
Natürlich kann man wie bei einer DVD Kapitel ansteuern und sollte man gezwungen sein den Film zu unterbrechen kann man später genau an der Stelle den Film wieder starten. Alles läuft unter einem SSH-Protokoll und ist per selbstdefinierter Pin im TV gesichert.

Ach ja und bevor die Leute in der guten alten Heimat das sabbern bekommen, solange ihr nicht Telekomikern und Co. endlich erklärt das 5Mbit Anschlüsse ein Witz sind, wird so ein Service dort nix werden.
(Aber heee, das sind doch nur noch 5-10 neue Verträge die man euch aus den Rippen leiern kann)

Also kommen wir zurück zu dem Film,
meine Meinung ist zwiegespalten. Handwerklich ist der Film auf der Tricktechnischen Seite sicherlich gelungen.
Die Schauspieler für Kirk, Spock, Bones (in der deutschen Übersetzung Pille), Sulu und auch Scotty kommen gut rüber.
Der Darsteller von Kirk hat sogar den Shatnertypischen “Smirk”/Humor/Arroganz drauf. Auch Spock kommt IMHO gut rüber, wobei der Auftritt von Nimoy als alter Spock für mich wirklich ein Höhepunkt in dem Film war.
Das Schiffsdesign wirkt in vielen Teilen für eine ALTERNATIVE Realität zu dem klassischen Star Trek hinreichend stimmig.

AAAAAber Handlungstechnisch, oh mein GOTT!
Nero ist wirklich als Bösewicht an Mitleid nicht zu übertreffen. Selbst als fehlgeleitete arme Seele ist er einfach nicht glaubhaft, als handfester Bösewicht, hingegen nur auf B-Movie Niveau. Und überhaupt, NERO???? Geeezzz ja sie heißen in der Föderation “Romulaner” und im Star Trek Universum hat man nicht mit parallelen zum römischen Imperium gespart, bei den militärischen Brüdern der Vulkanier, aber NERO, comon guys! Das ist wirklich an Einfallslosigkeit und Plattheit nicht zu übertreffen und Khan Noonien Singh (DAS war ein glaubhafter Bösewicht!) würde bei dem Namen einen Lachanfall bekommen.
Selbst der billige Picard-klon im letzten Film hatte da besseres Namenstechnisch zu bieten, wenn auch nicht wirklich viel.

Sogar den alternative Zeitlinie ist noch akzeptable erklärt und eventuelle eine hinreichend gute Lösung um die vielen kleinen Flicken im Star Trek Kanon zu erklären. Aber was mit dem guten Ansatz dann angestellt wird kann man einfach nur verschwendetes Potential nennen.

Leute in WELCHEM Militär wo auch immer wird ein Ensign (Fähnrich) direkt zum Captain (Kapitän) befördert? Vorbei an Commanders (Spock) und Lieutenants (Uhura/Sulu/Scott) keine Leistung kann das rechtfertigen!

Dann die Liebesaffäre von Spock, die definitiv den ansonsten gut gespielten “neuen Spock” zu sehr untergräbt. Aber ok das ist wohl dem amerikanischen weibliche Zuschauer geschuldet der damit angesprochen werden sollte…

Da könne auch bekannte “running Gags” wie die durchschnittliche Überlebensdauer von “Redshirts” in Kirks Umgebung nicht viel retten.
Wenn die Raumschiffe meist noch gut designt wirken, so sind die “Maschinenräume” der USS Enterprise und USS Kelvin einfach nur katastrophal zu nennen.
Man kommt sich vor wie in den Produktionshallen einer Chemiefabrik, und nicht wie in den mit Hightech gefüllten Räumen eines Raumschiffes. KEIN Raumschiff kann es sich leisten so viel Platz zu verschwenden ganz zu schweigen von der Anfälligkeit gegenüber Schockwellen (G-Forces) jedes Innere eines militärischen Schiffes der aktuellen Zeit wirkt glaubhafter.

Ach ja und dann die berühmten Ceti-Aale… no comment!

Nun zusammenfassend kann man sagen, Popkorn, Hirnabschalt, Baller, CGI Unterhaltung, ja dafür ist der Film gut. Mehr aber darf man nicht erwarten.
Und die DVD wird höchstens im Sondersonderangebot gekauft werden.
Zweimal innerhalb 3 Tagen gesehen reicht für eine lange lange Weile!

— Michael Hess

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