Schwierige Entscheidung / In eigener Sache · 19. Juni 2009
Ich habe schon einige Male hier in meinem Blog darauf hingewiesen, dass bestimmte Sachen wohl hier nie Erwähnung finden, dazu gehören sicherlich Detail irgendwelcher romantischer Art (Ich meine wen hat es schon zu interessieren, wann und wo ich welche Frau, wie intensiv getroffen habe?), man kann immer mal erwähnen wenn man jemand nettes getroffen hat, aber Details gehören IMHO eben nicht ins Netz.
Genauso ist das mit Geschichten zur Arbeit. Ich finde ein Arbeitgeber sollte sich schon darauf verlassen können, dass nicht der übliche Teeküchenklatsch und viel wichtiger Betriebsgeheimnisse, oder sogar die Höhe (oder deren Fehlen) meiner Gratifikation im Netz landen.
Im Allgemeinen habe ich das sogar mit dem Ort und Namen der Firma, wo ich angestellt bin so gehalten.
So will ich auch verhindern, dass jemand der mit meinen hier geschilderten Meinungen nicht einverstanden ist, entsprechenden Stress in der Arbeitsbezogenen Seite meines Lebens verbreiten.
Nun bin ich seit einiger Zeit auf der Suche nach einem neuen Job, aus Gründen die ich wegen dem oben gesagtem nicht hier näher schildern werde. Nur so viel sei gesagt, es lag eher an Betriebsexternen Umständen und nicht an internen.
Natürlich habe ich bei meinen Bewerbungen jetzt auch regelmäßig, ein gewisses sagen wir mal Feedback über dritte bekommen. Zum Beispiel das jemand nach meinem Namen g**gelt. Nun es ist ein bekannter Fakt das Personalmanager das Internet besser kennen als manche Politikerin
Anyway, so habe ich seit einiger Zeit darüber Nachgedacht und mit einigen Kollegen es auch diskutiert, ob ich mein Blog “anpassen” soll, so dass es keinem HR-Manager oder sonstigem möglichen Arbeitgeber sauer aufstößt.
Also auf der einen Seite angepasst erscheinen und nicht negativ auffallen, oder auf der anderen Seite authentisch sein.
Das ist wie mit der Probezeit bei einem Job, da sind mir etliche Leute begegnet die sich in dieser Zeit fast überschlagen, nur um dann nach dieser Zeit fast exponentiell abzubauen. ;)
Ich habe mich nach meinen Überlegungen entschlossen lieber Authentisch zu sein.
Oder anders ausgedrückt, sollte ein potentieller Arbeitgeber sich an meiner Webpräsenz stören, sei es in Art oder Umfang, so würden wir wohl im Berufsleben eher auch nicht glücklich miteinander werden.
Obwohl nach meiner Meinung, der Verlust definitiv auf der potentiellen Arbeitgeberseite liegen dürfte! :)
Zu dieser “Authentizität” und sagen wir mal Recht auf freie Meinungsäußerung gehört auch das nun folgende.
Es geht darum das die Politiker in Deutschland unser Grundgesetz und die damit zugesicherten bürgerlichen Rechte und Sicherheiten mehr und mehr mit Füssen treten und uns in eine Gesellschaft treiben die ein gewisse Ähnlichkeit mit anderen Regierungsformen und deren verdrehten Demokratieverständnis in andere Länder hat.
Heute wird ein Gesetz verabschiedet das offiziell als Kinderschutzparagraph dem Volk verkauft wird, aber in Wirklichkeit der Zensur Tür und Tor öffnet.
Besonders unsere oberste Kinderbeschützerin und Volksvorbildmutter Ursula v. Leyen zeigt dabei einen Zynismus und doch gleichzeitig Technikunverständnis, dass man sich zu Recht fragen darf, wie so jemand ein Volksvertreterin und sogar Ministerin werden konnte.
Diese Frau hat mal eben im Vorbeigehen 20% der Internetnutzer als potentielle Pädophile dargestellt.
Zitat:
„Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.“ (U. v. d. Leyen)
HALLO IHR DA, GENAU ZUGEHÖRT? IHR DIE IHR ALLE MIT DEM INTERNET GUT UMGEHEN KÖNNT SEIT PÄDOKRIMINELLE!!!!
Das die Methode dieses neuen Gesetzes so wirksam ist wie sich als Vogelstrauß durch Kopf in den Sand stecken vor einem Löwen zu schützen, dürfte jedem mit 3 funktionierenden Gehirnzellen klar sein.
Nun Ja, unser Innenminister Dr. Schäuble freut sich natürlich schon tierisch über so viel Schützenhilfe und Einsatz. Hat er uns doch alle sowieso schon als potentielle Terrorristen ausgemacht .
So werden pö a pö unsere Rechte, angeblich damit wir und unsere Kinder sicher sind, gestrichen.
Ich wette diese Technologie die da entwickelt werden soll, wird ein Exportschlager in so Ländern wie… China, Iran oder Nordkorea (ist sicher nicht auf der Bannliste der Verbotenen Waren).
Nun werden einige sagen “Was regst dich auf, du bist doch in Japan!” und stimmt, ich könnte entspannt zurücklehnen und sehen wie die Sache zum Teufel geht.
Nur würde ich damit meinen Eltern einen schlechten Dienst erweisen, die beide (Jahrgang 27 & 29) das fragwürdige “Vergnügen” hatten in Systemen aufzuwachsen und zu leben, in denen die Einforderung von solchen Rechten oder nur schon die freie Meinungsäußerung u.U. Lebensgefährlich war (und in ihrem Fall auch Konsequenzen hatte).
Ach so, vorgestern war übrigens der 17. Juni, erinnert sich noch jemand daran was für ein Tag das ist?
Ja das war mal ein Arbeitsfreier Tag richtig… aber warum?
Weil 1953 ein paar mutige Menschen Pflastersteine aufnahmen und damit gegen Unterdrückung und für freie Meinungsäußerung und Demokratie kämpften.
Aber stimmt, DAS war ja in der DDR und die gibt es nicht mehr, also können wir das auch vergessen!
Ich füge mal IMHO zwei wichtige Zitate in diesem Zusammenhang an.
„Als sie die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie die Sozialisten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialist. Als sie die Juden einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. Als sie schließlich mich holten, gab es niemanden mehr, der für mich hätte sprechen können.“ (M. Niemöller)
“Diejenigen, die ihre Freiheit zugunsten der Sicherheit aufgeben, werden am Ende keines von beiden haben – und verdienen es auch nicht.” (B.Franklin)
Und ich möchte auch auf das Gedicht Bertolt Brechts mit dem Titel “Die Lösung”
Hinweisen, das seine Bedeutsamkeit für die Gegenwart bei der heutigen Politikerschaft, die entfernt von Volk und Realität regiert, nicht verloren hat.
Die Lösung
Nach dem Aufstand des 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, daß das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch verdoppelte Arbeit
zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?
Nachtrag:
Sollte ein potentieller Arbeitgeber mit dem obigen keine Probleme haben, oder der Meinung sein es ist egal, solange meine Arbeit vernünftig gemacht wird.
Die E-mail Adresse im Impressum funktioniert!
— Michael Hess
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— Hamu-Sumo · 19.06.2009 23:18 · #
Ich bin bereits Raubkopierer und Killerspieler. Dann halt noch Pädokrimineller, weil ich weiß, wie man sich zu einem anderen DNS-Server verbindet.
Ernsthaft, nicht erst seit dem Stoppschild erzeugt die hohe Politik einen (entschuldige) Kotzkrampf bei mir. Als Computerspieler ist man ja schon länger eine gewisse Gängelung gewohnt – und habe dementsprechend meine Kreuzchen bei vergangenen Wahlen gesetzt. Ich liebäugle auch stark der Piratenpartei beizutreten.
Im Übrigen, falls du es noch nicht kennt, empfehle ich dir die Seite netzpolitik.org, die gerade natürlich Zensursula und Onkel Schäuble stark im Visier haben und über Neuigkeiten berichten.
— Christian W. · 21.06.2009 05:59 · #
Das find ich cool von dir das du deine Meinung so offen sagst obwohl du die Befürchtung hast das das arbeitstechnische Nachteile für dich haben könnte. Aber du hast recht wenn man sich das neue Zensurgesetz mal anschaut dann stellt man fest das es echt nur der Zensur dient. Missbrauchten Kindern wird damit in keinster Weise geholfen. Die Grundrechte hier in Deutschland werden momentan wirklich mit Füßen getreten da bin ich echt neidisch auf dich das du im Ausland wohnst. Ich sag dir wenn ich mit dem Studium fertig bin werd ich auch mal ins Ausland gehen.