Bürokratie mal anders · 4. November 2009
Bislang habe ich mein Geld in Richtung Deutschland jeden Monat per (Japanischer) Post geschickt. Das ist
- einfach (einfach eine Seite Formular mit Empfängerbank, Empfänger, Sender, Einreicher)
- preislich akzeptable mit 2500 Yen (Meine Bank hier in Japan wollte damals so 8000 Yen)
- schnell (ca. 6-10 Arbeitstage, meist eher 6 statt 6 WOCHEN Bank zu Bank)
Also bin ich einmal in Monat mit Cash zu einer Post, die auch einen Bankschalter hat (ist ja jetzt auch in Japan zweierlei Ding) habe dort mein Formular hingelegt, welches ich auf Wunsch in beliebiger Menge Vorgedruckt nach dem ersten Ausstellen zugeschickt bekomme, und das Geld was ich schicken will in Yen.
Abgesehen von einem Azubi der mich mal meine Adresse (die ich als Einreicher nochmal per Hand eintragen muss bei jedem Formular) in Kanji nochmal schreiben ließ, weil es halt nicht “genauso wie auf der ID (meine Krankenkassenkarte) geschrieben war” ging das innerhalb von 5 Minuten und schmerzfrei ab.
Nun kann ich diesen Monat das leider nicht selber tun, weil ich keine Zeit habe und da wo ich bin in der Nähe keine Postbank (japanische) ist wo ich mal kurz hin kann.
Also bat ich meine LAG aka Schatz das für mich zu tun, was lt. Formular kein Problem ist.
Das erste Mal kam sie wieder und meinte “Ich brauch eine ID von dir, sagen die!”, ok ich gab ihr also meinen Führerschein mit (wegen dem Foto), obwohl ich das schon für merkwürdig hielt, schließlich sollte doch jeder der lustig ist mir Geld aus Japan schicken können was ja nicht ginge wenn die jedes Mal meine ID bräuchten.
Heute ist sie wieder hin zur “Post” und wurde da auf schwerste Verhört, wer ich sei, in welchen Verhältnis sie zu mir stünde, warum das Geld geschickt werden soll und etc. pp
Das Ganze hat wohl recht lange gedauert und Schatz war auch recht stinkig ob der dummen Fragen.
Nun warum muss sie da den “Strip” machen während ich in 5 Minuten wieder raus bin?
Weil sie Japanerin ist! Sie spricht doch fließend die Sprache in der der Postbeamte sie so infam ausquetschen kann.
Das gleiche bei einem Ausländer machen, das ist dann めんどくさい(mendoksai – lästig, nervend).
Da fällt auf, der Azubi mit den Kanjis hat, soweit ich mich erinnere, auch erst den Aufstand geprobt als ich mit ihm Japanisch sprach.
Naja in Deutschland hingegen würde man wohl jeden offensichtlich “NichtDeutschen” sei es erkennbar durch Turban, Hautfarbe oder andere Vorurteile des Tresenbeamten so trietzen weil der sich ja nicht wehren kann.
Komische Welt.
Die Ration Japanisch für heute:
油 – abura – Öl
油を売る – abura o uru – herumblödeln; mist machen
あの人は仕事をするより、油を売るのが得意です。
Ano hito wa shigoto o suru yori, abura o uru no ga tokui desu.
Der ist besser im herumblödeln, als beim arbeiten.
— Michael Hess
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— Alex · 05.11.2009 15:47 · #
Trotzdem bleibt das Postverfahren ein ganz heisser Tip. Allein schon wegen dem guten Wechselkurs. Bin nach wie vor dankbar dafuer.
Ich erzaehl mal lieber nicht von meinem Anruf bei der MS Hotline hier in Japan diese Woche. Mann mann mann hat man denen ins Gehirn geschissen. Genau so bei Dell Japan. Da war die Xenophobie noch das geringste Problem…
— Michael Hess · 08.11.2009 11:22 · #
Hotline von Dell und MS sind überall standardisiert gleich
teuer
uninformativ
und unfreundlich
dafür bekommen die ja ihre Company certificates ;)
Ein Kollege aus D. kann dir da einiges Erzählen und der wollte Laptop(s) (mehrzahl!) für seine Firma eigentlich bei DELL z.B. kaufen.