Michael's Japan Blog

Im Reich der Sonne

Ushimado · 14. März 2010

Ende Februar hatte mich ein Kollege aus dem Segelclub gefragt, ob ich am letzten Sonntag im Februar Zeit und Lust hätte mit ihm nach Ushimado zu fahren. Gesagt getan, und so machten wir uns am heiligen Sonntag um 7 Uhr morgens mit seinem Auto auf.
Ushimado ist von Takatsuki etwa 200km entfernt, mit einem kleinen Abstecher zum Hafen in Shin-Nishinomiya, wo wir ein paar weitere Leute aufgabeln wollten.
Obwohl nur knapp 40km entfernt, brauchten wir bis Shin-Nishinomiya eine Stunde.
Shin-Nishinomiya ist der neue Yachthafen welcher den alten Hafen in Nishinomiya erweitern/ablösen soll.

Nishinomiya ist auch die Heimat von 謙一堀江 – Kenichi Horie welcher sozusagen der Seglerübervater Japans ist und auch gleichzeitig seit der Universitätszeit der Senpai meines Kollegen.
Bekannt nicht nur, da er der erste war der Einhand den Pazifik überquerte, sondern auch durch verschiedene Bootskonstruktionen.
Wie zum Beispiel ein Boot welches vollkommen aus recycelten Material besteht (Das Boot kann in Akashi besichtigt werden.), sondern auch durch ein Boot welches sich durch die Kraft der Wellen fortbewegt (Suntory Mermaid II).
Zwei seiner Boote ist natürlich auch hier im Hafen ausgestellt. Und der ganze Hafen ist mit Erinnerungsstücken an ihn gefüllt.

Da wir etwas vor der Zeit da waren, nutzte ich die Gelegenheit ein paar Impressionen des Yachthafens auf Video zu bannen. Man beachte es ist früher Sonntagmorgen außerhalb der Saison.

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Leider verpasste ich die Gelegenheit die Universitätssegler der Kansai Daigaku zu filmen, welche ihre Jollen auftakelten und sich dabei eher wie ein Haufen US-Marines beim Drill anhörten, ja auch die Mädels!

Nachdem wir die Bekannten (Studenten und “OldBoys” des Kansai Daigaku Segelclubs) meines Segelkollegen eintraffen, fuhren wir mit unseren Autos weiter. Wir mussten leider zwei Autos nehmen, da 6 Leute doch etwas zu viel für das KeiCar meines Kollegen waren.

In Ushimado begaben wir uns zuerst zum Yachthafen, wo sich die Leute des Kansai Daigaku Segelclubs zusammen mit dem Hafenmeister von Ushimado, eine alte Jolle ansahen, welche für null Yen zu haben wäre.
Ich nutze die Zeit neben ein paar Videoaufnahmen zu einem Schwätzchen mit zwei Damen die gerade an ihrer Jolle in der Halle arbeiteten. Später erwähnte mein Kollege dann, dass diese Damen zum Olympiateam Japans gehören.
Ohh verdammt… hätte er das nicht eher sagen können!

Im Yachthafen von Ushimado lag auch eine Gulet , dessen japanischer Besitzer sie direkt aus der Türkei nach Japan “gesegelt” hat. Der Hafenmeister in Ushimado (Der ein Freund meines Segelkollegen ist) erzählte, das die Fahrt interessant war, da auf der Strecke zwei Piratenverseuchte Gebiete passiert wurden. Einmal vor Somalia und in der Sulusee welche in der Nähe der Philippinen liegt.

Gulet 1Gulet 2Gulet 3

Mal sehen ob ich es hinbekomme mit dem Eigner direkt zu sprechen. Mich würde echt interessieren wie sich dieser Schiffstyp auf der langen Strecke so gehalten hat.

Danach gingen wir alle erstmal in einem nahen Restaurant im Fähr- und Fischereihafen essen. Die Region ist berühmt für seine Austern, aber ich darf sie ja im Moment nicht roh, also nahm ich sie frittiert, als Beilage zu einem leckeren Curry Reis.

Beim Blick aus dem Restaurant entdeckte ich einen Katamaran der sich durch ein faszinierendes Detail auszeichnete. Einem Wulstbug welcher bei großen Motorbooten üblich, aber so von mir zum ersten Mal bei einer Yacht gesehen wurde.

Katamaran 1Katamaran 2Katamaran 3

Sollte jemand übrigens Sachdienliche Hinweise über den Hersteller dieses Katmarantyps haben, wäre ich hoch Erfreut diese zu “hören” (Mail).

Als wir so den Katamaran begutachteten hatte ich die Chance diesen Segler in der relativen Ferne zu fotografieren, der hier gerade “aufkreuzte”.

Segler

Bei der Rückkehr zu unserem Parkplatz, durften wir dann dieses Schätzchen dann antreffen.

Mustang 1Mustang 2

Sicherlich ein nettes Freizeitvergnügen. Leider passten der Fahrer und seine weibliche Begleitung nicht wirklich zu dem Wagen.

Aber Ushimado hat nicht nur einen Yachthafen sondern viele andere Sehenswürdigkeiten , welche alle einen Besuch lohnen.

So gilt z.B. der Olive Garden mit seinem Beobachtungspunkt auf dem höchsten Berg der Region, welcher als DER romantische Ausflugspunkt gilt und ich kann aus persönlicher Erfahrung mit diversen Damen sagen, ja es kommt gut als Ausflugsziel an ;) .

Zum Glück waren auch 2 Busse mit “Touristen” dort, welche den nahen Shop überfluteten, wo man Produkte wie echtes Ushimado-Olivenöl oder Seife aus Olivenöl kaufen kann, so dass unsere “Herrenrunde” nicht groß auffiel.

Nicht weit von der Bergspitze entfernt sind übrigens ein paar römische Ruinen zu finden so dass das mediterrane Flair komplett wird.
Auf dem einen Bild sieht man im Dunst die Inseln Shodoshima (hinten links) und Teshima (links neben dem Busch), welche durch ein Skandal über illegale Industriemüll Entsorgung Berühmtheit erlangte. Davor sind Stücke der kleinen Insel Kuroshima zu sehen.

Olive Garden 1Olive Garden 2Olive Garden 3Olive Garden 4

Etwas weiter unten am Berg kann man übrigens extreme leckeres handgemachtes Eis kaufen, so dass ein wenig Italienisches Eisdielen Gefühl aufkommt, bis man die Sorte “Olivengeschmack” probiert hat ;).
Ok, es ist leckerer als es sich zuerst anhört.

Hier das Video mit Impressionen nicht nur des Yachthafens und der Gulet, sondern auch vom Olive Garden in Ushimado .

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Der Rückweg wurde dann von vielen Japanern begleitet, welche dem Regnerische Wetter in Osaka ebenfalls entflohen sind, so dass wir für die Strecke die Hin gute 3 Stunden dauerte zurück dann doch fast 5 Stunden brauchten.

— Michael Hess

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Kommentare

  1. fritz · 14.03.2010 16:48 · #

    der mann und das meer… schöne impressionen, auch schön ausführlich

    kannst du vlt noch ne karte nachreichen, wo genau sich das befindet? hab schwierigkeiten das geographisch einzuorden

  2. Michael · 14.03.2010 17:12 · #

    Hi Fritz,
    danke!
    Wünschte nur ich hätte ne echte FOTOkamera für Bilder. Die Sanjo Videocam und das Casio Handy lassen oft zu wünschen übrig, obwohl sie handlich und schnell griffbereit sind.

    Google Links:
    Nishinomiya
    http://maps.google.de/?ie=UTF8&ll=34.710778,135.330466&spn=0.000383,0.000603&t=h&z=21

    Ushimado Olive Garden
    http://maps.google.de/?ie=UTF8&ll=34.628865,134.156113&spn=0.009499,0.043945&t=h&z=15

  3. — Christian Wälbers · 14.03.2010 19:30 · #

    Römische Ruinen? Jetzt ernsthaft, oder sind die da als Touristenattraktion aufgebaut worden? Ich weiß, dass es einen Römischen Hafen in Indien gibt, und einige Handelsposten entlang der Seidenstraße und in China, aber Ruinen in Japan? Davon habe ich echt noch nie was gehört.

  4. Michael Hess · 14.03.2010 20:09 · #

    @Christian
    keine Sorge, das ist echter neuzeitlicher “Beton” (oder Stein) genauso wie die “spanischen Häuser” die man dort als Hotelanlage in der Nähe des Yachthafen sehen kann.
    U.U. ist das alles Marketing der Region wegen den Oliven und so… kann mich aber auch irren. ;-)

  5. fritz · 15.03.2010 00:12 · #

    auf der Insel Nijima, südlich von Tokyo, haben sie auch ein römisches Atrium gebaut, für die Touristen ;)

  6. Michael Hess · 16.03.2010 14:32 · #

    @Fritz
    wie sagte mein Bruder mal so schön, “Die spinnen die Japaner!” ;)
    Ich hoffe keiner der Touris glaubt ernsthaft die Römer habe es bis hierhin geschafft. :D

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